Prokrastination besiegen durch gewohnheitsmäßiges Erledigen von kleinen Aufgaben

Anti Prokrastination im Alltag – Do IT now

Einfacher Dinge erledigen mit der Do It Now Methode!

Prokrastination passiert uns allen. Mal mehr, mal weniger. Problematisch wird es ab dem Moment, in dem wir es einreißen lassen und die Konsequenzen des ewigen Aufschiebens einen negativen Einfluss auf unser Leben haben.

Mal den Wäschekorb stehen lassen oder den Müll erst morgen runterbringen ist wirklich kein Problem. Ein Problem entsteht erst dann, wenn wir immer mehr von diesen Alltagsaufgaben liegen lassen und aufschieben.

Als Resultat häufen wir immer mehr Aufgaben an, die wir eigentlich schon längst hätten erledigen sollen. Dieses sind meistens keine Aufgaben die einen besonderen Aufwand erzeugen, wenn wir sie denn nur direkt erledigen würden. Auch die Intellektuellen Anforderungen sind meist nicht sehr hoch. Man kann ja sogar seinen Hausaffen darauf trainieren, den Müll runter zu bringen. Also sollten wir es doch ganz einfach schaffen Herr oder Herrin der Lage zu werden und unsere Alltagsaufgaben einfach so nebenbei zu erledigen. Leider klappt das nicht bei jedem Menschen.

Besser nicht nachdenken

Grundsätzlich sind es feste Gewohnheiten, die es uns ermöglichen, unseren Alltag ohne viel mentalen Aufwand zu gestalten. Ein Beispiel für eine solche Gewohnheit ist das Zähneputzen. Wir müssen absolut keine Willenskraft aufbringen, um uns morgens nach dem aufstehen die Zähne zu putzen. Wir denken nicht darüber nach, ob wir das jetzt machen wollen oder nicht. Jeden falls die meisten von uns. Wir haben es hier mit einer sehr fest verankerten Gewohnheit zu tun, die ganz. Von alleine läuft. Unheimlich daran ist, das wir wie auf Autopilot ins Bad Maschinerien, und die Zahnbürste schnappen, Zahnpaste applizieren und einfach loslegen.

Wäre es nicht toll, wenn wir viele weitere solcher Gewohnheiten hätten die uns in dem was wir wollen unterstützen? Das wäre es, jedenfalls finde ich das.

Um unseren Alltag sorgenfreier zu gestalten, müsste es eine Gewohnheit geben, die es uns ermöglicht, die ganzen kleinen blöden Aufgaben die bei uns so anfallen einfach ohne nachdenken zu erledigen.

Einfach Dinge erledigen

Hört sich einfach an, ist es auch. Der Trick, mit dem man es wirklich einfach schaffen kann die Alltagsprokrastination zu besiegen ist zum Lachen einfach: do it now! Diese drei kleinen Wörter sind schon relativ unscheinbar, dass muss ich leider zugeben. Lässt man sich jedoch darauf ein, entwickeln sie eine Durchschlagskraft, die dein Leben auf den Kopf stellen können. Wie toll wäre es, wenn du mit Leichtigkeit und ohne zu prokrastinieren deine Alltagsaufgaben einfach erledigst? Ohne darüber nach zu denken. Ohne bei jedem Wäschekorb, der in die Waschmaschine soll eine Riesen Willenskraft aufwenden zu müssen. Durch die Taktik, die hinter „do it now“ steckt, wird das möglich. Und nicht nur das. Dadurch, dass du deine Aufgaben, die dir früher immer so viel Mühe gemacht haben einfach erledigt ohne darüber nachzudenken, entsteht eine positive Spirale. Das bedeutet, dass du dich jedes Mal gut fühlen wirst, wenn du etwas das auf der früheren Prokrastinationsliste stand. Das schafft im Gehirn eine positive knüpfen zwischen der Aufgabe bzw. dem erledigen der Aufgabe und guten Gefühlen. Und was wollen wir? Mehr gute Gefühle. Das ist tief in uns verankert. Um diesen Umstand auszunutzen, müssen wir es nur schaffen, das erledigen von Aufgaben eine Weile lang durch Willenskraft zu erledigen. Dann assoziiert unser Gehirn das erledigen mit guten Gefühlen und es wird leichter die Aufgabe einfach abzuarbeiten.

Die »do it now« Strategie

Das Ziel ist es, uns er Gehirn etwas umzutrainieren. Wir wollen, das es sich nicht mehr beschert, wenn wir etwas kleines erledigen wollen. Beschwert es sich, fallen wir schnell in Prokrastination. Dann wird nix erledigt. Also üben wir mit unserem Gehirn, kleine Aufgaben sofort zu erledigen, wenn sie anfallen.

Ein Beispiel: du trinkst morgens einen Kaffee, isst Müsli und rauchst eine Zigarette. Auf dem Frühstückstisch stehen nun Aschenbecher, Tasse und ein Frühstücksbrettchen. Den Aufschnitt wirst du vermutlich sofort wegräumen, der wird sonst schlecht. Da sagt uns Gehirn sogar früh am morgen nicht neun zu.

Aber was ist mit den anderen Sachen? Am häufigsten bleibt die Kaffeetasse stehen, oder der Frühstücksteller wird schnell auf die Spüle gestellt. In der Spülmaschine landet nichts. Es wäre kein Aufwand, die Tasse und den Teller schnell in die Spülmaschine zu stellen. Aber wir machen es nicht. Wir denken „mache ich heute Abend, wenn ich von der Arbeit komme“ – das ist eine schöne Form von Prokrastination. Eine Aufgabe, die nicht besonders aufwändig ist wird einfach auf später verschoben.

Um unser Gehirn nicht zu überfordern, müssen wir klein anfangen. Sind die Aufgaben zu groß, ist die Änderung im Gehirn ebenfalls zu groß. Wenn unser Gehirn etwas nicht mag, dann ist es Veränderung. Bekanntes, sicheres Terrain ist für das Gehirn alles, was es bereits kennt, und wir schon tausend mal gemacht haben.

Diesen Umstand können wir uns zu nutze machen. Hinter der Do It Now Methode steht der einfache Umstand, dass wir unser Gehirn darauf trainieren können, einfach ohne weitere Anstrengung Aufgaben zu erledigen, die uns normalerweise Überwindung kosten würden.

Man denke an den Müll, der noch runtergebracht werden muss. Mit etwas Gehirntraining können wir hier sehr einfach Prokrastination stoppen, und so ein Müllchaos in unseren Zuhause verhindern. Und nicht nur das, wir können die alltägliche Prokrastination in unserem gesamten Alltag massiv und effektiv eindämmen.

Das hört sich prima an, oder? Aber was noch besser ist: Es kostet uns wirklich nicht viel Mühe, etwas Grundlegendes an unserem Aufschiebeverhalten zu verändern.

Allerdings muss ich an dieser Stelle auch eine kleine Warnung aussprechen. Die Do It Now Strategie macht süchtig. Wenn Du erst einmal angefangen hast, Aufgaben immer direkt zu erledigen, wirst Du bald feststellen, dass es Dir schwerfällt Dinge einfach liegen zu lassen. Das ist auf den ersten Blick natürlich genau das, was wir wollen.

Auf der anderen Seite kann es aber manchmal auch wirklich nerven, wenn man Anti Prokrastination so tief in seinem eigenen verhalten verankert hat, dass man nichts mehr aufschieben oder vertrödeln kann.

Hier gilt es, eine gute Balance zwischen direkt erledigen und später erledigen zu finden. Womit wir auch schon bei dem fällen von Entscheidungen wären.

Essentiell für ein „gesundes Aufschiebe-Verhalten“ ist eben genau die Fähigkeit, zu entscheiden, wann wir etwas sofort erledigen wollen / müssen / können und der Freiheit Dinge auf später zu verschieben.

Entsteht an diesem Punkt ein Ungleichgewicht, kann es manchmal ganz schön nerven, wenn man zwanghaft alles erledigt, was einem vor die Flinte kommt. Dies kann nämlich ähnlich wie ein Prokrastinationsverhalten zu einer ganz eigenen Art von Stress führen.

Das gute daran ist, dass es viel leichter zu kontrollieren ist. Wenn wir erst mal dort angelangt sind, dass wir unsere kleinen Alltagsaufgaben ohne darüber nachdenken zu müssen einfach erledigen, haben wir schon einen sehr großen Schritt in Richtung zufriedenes Leben gemacht.

Wenn wir dann feststellen, dass unser Verhalten störend wirkt, sollten wir bewusst gegen die neue Gewohnheit handeln.

Ein Beispiel wäre, wenn wir immer noch unbedingt die Küche aufräumen wollen (automatisiert als Gewohnheit), bevor wir das Haus verlassen. Das ist natürlich in den meisten Fällen wirklich prima. Eine aufgeräumte Küche ist toll, wenn man später wieder nach hause kommt.

Anstrengend wird die neue Anti Prokrastinations Gewohnheit nur dann, wenn wir beispielsweise einen Bus oder Zug erreichen müssen und aufgrund unseres gewohnten Verhaltens in Zeitnot geraten.

Hier ist dann der Punkt erreicht, an dem wir sensibel gegenüber dem eigenen Verhalten sein müssen. Ein wenig Selbstreflektion und Selbstbeobachtung ist also angebracht, wenn wir den vollen Nutzen aus der Do It Now Methode ziehen wollen.

In drei Schritten zum Erledigungs-Superheld werden

Die Do It Now Methode anzuwenden, ist wirklich einfach. Ich beschreibe hier, wie das gesamte Konzept bei mir am besten funktioniert, und mich sehr zuverlässig vor dem Prokrastinieren bei Alltagsaufgaben bewahrt. Du kannst die Methode exakt so übernehmen, Du musst sie nur deine speziellen Ziele anwenden.

Schritt 1: Wähle ein bis drei Ziele, die Du mir der Do It Now Methode umsetzen willst. Eines meiner Ziele heißt z.B. „Ordentliche Küche“.

Schritt 2: Lege die Kriterien fest, die für Dich hinter dem Ziel stehen. Das sind solche Faktoren, die das Erreichen des Ziels bedeuten.

Für das Ziel „Ordentliche Küche“ könnten das beispielsweise „Geschirr immer direkt in die Spülmaschine stellen“, “Teebeutel direkt in den Müll werfen“ und ähnliches sein.

Schritt 3: Beginne direkt damit, den Faktoren Rechnung zu tragen. Heißt im Klartext: Sobald Du Geschirr benutzt hast, stell es direkt in die Spülmaschine.

Die große Frage ist jetzt nur, wie schaffst Du es, dass du nicht jedes Mal Deine Willenskraft aufbringen musst, um Die ganzen kleinen Aufgaben Deines Alltags zu erledigen?

Wir kennen da ein relativ altes Hilfsmittel. Es ist in einem alten Spruch versteck: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“. Dieses Gewohnheitstier ist manchmal sehr träge. Das führt zu einigen Komplikationen. Beispielsweise habe ich oben beschrieben, dass sich schlechte Gewohnheiten einschleichen. Erst bemerkten wir sie nicht, aber irgendwann fällt es dann auf.

Diese Eigenschaft können wir uns aber auch zu nutze machen. Und das geht verhältnismäßig einfach. Um positive Gewohnheiten in deinem Leben zu installieren, musst Du einfach die Do It Now Methode anwenden. Habe ich nun schön öfter erwähnt. Der Trick ist jedoch, die Methode zu einer Gewohnheit werden zu lassen.

Gewohnheiten bilden geht auch relativ einfach. Das dumme daran ist, das sich keine Gewohnheit über Nacht bilden wird. Das Vorgehen, das hier zum Erfolg führt ist schon fast trivial: Es ist die Kontinuität.

Anti Prokrastination klappt bei den sonst immer aufgeschobenen und vermiedenen Aufgaben also genau dann, wenn Du Deine Willenskraft über einen bestimmten Zeitraum darauf konzentrierst, eine Gewohnheit aus dem gewollten Verhalten zu formen.
Der Weg dort hin führt über die beschriebene Kontinuität. Also musst Du eine gewissen zeit lang mit purer Willenskraft das Geschirr in die Spülmaschine stellen. Der Effekt, der sich nach einiger Zeit einstellt, ist erstaunlich. Du wirst irgendwann einfach das Geschirr in die Hand nehmen, es in die Spülmaschine stellen und gar nicht mehr darüber nachdenken.

Genau dieses Verhalten wollen wir erreichen: Aus unliebsamen, sonst prokrastineirten Aufgaben eine Gewohnheit formen. Das Ergebnis wird Dich überraschen.

Und was ist jetzt zu tun? Ganz einfach: Beginne damit, die Do It Now Methode in den oben beschriebenen drei Schritten aufzubauen!

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